Was bedeutet Vollformatsensor bei digitalen Kameras?

Für einen Neueinsteiger in die digitale Fotografie ist es gar nicht so einfach durch den Dschungel der verschiedenen Kameras den Durchblick zu behalten. Häufig ist von Sensorgröße die Rede im APS-C Format oder ähnlich. Doch was ist damit eigentlich genau gemeint?

Das Kleinbildformat (KB) hat sich in der klassischen analogen Fotografie über Jahrzehnte sowohl im professionellen Bereich, als auch im Consumermarkt als Standard etabliert.  Mit der Entwicklung der ersten Digitalkameras waren jedoch zunächst Bildsensoren verfügbar, die eine deutlich geringere Größe im Gegensatz zum Kleinbildformat hatten. In diesem Zusammenhang sprach man von einem Formatfaktor, der den Unterschied der kleineren Bildsensoren zum Kleinbildformat darstellte. Die kleineren Bildsensoren erforderten ein Umdenken in der Fotografie, da sich gegenüber der analogen Fotografie mit ihrem Kleinbildfilm von 36x24mm (Vollformat) ein kleinerer Bildwinkel ergab. Man kann dies auch als scheinbare Brennweitenverlängerung bezeichnen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem Cropfaktor (to crop = beschneiden) Die kleinere lichtempfindliche Fläche einer Cropkamera bewirkt einen Beschnitt (crop) des sichtbaren Bildausschnittes. Dadurch verkleinert sich der Bildwinkel. Der Crop-Faktor gibt also das Längenverhältnis der Diagonalen im Vergleich zum Vollformat an.

Anfang der 2000er Jahre war die Industrie in der Lage Bildsensoren zu fertigen, die dem vollen Kleinbildformat entsprachen. Zur Unterscheidung nannte man diese Kameras Vollformatkameras.   Die Kamerahersteller verwenden nun für Ihre Kameras die über einen kleineren Sensor als dem Vollformat entsprechen verschiedene bezeichnungen. Canon sprich von APS-C Sensoren (Advanced Photo System Classic) mit einer Sensorgröße von etwa 22,2 x 14,8 mm. Nikon bezeichnet für seine Kameras das APS-C-Format als DX-Format und das Vollformat als FX-Format.

In Verwendung mit verschiedenen Objektiven ergeben sich wegen der unterschiedlichen Sensorgrößen – und dem davon abhängigen Bildkreis – Auswirkungen auf die Brennweite.  Bei APS-C oder DX ergibt sich eine Brennweitenverlängerungs-Effekt um den Faktor 1,5 (Nikon) bzw. 1,6 (Canon) ,der auch Cropfaktor genannt wird.  Das bedeutet, dass aus einem Objektiv mit der Brennweite von 50mm sich duch den Brennweitenverlängerungseffekt von z.B.  1,5 (Nikon) sich eine Brennweite von 50mm x 1,5 =70mm ergibt. Objektive die für eine Vollformatkamera eingesetzt werden, können auch an einer APS-C (DX) Kamera verwendet werden. Umgekehrt wird es schon schwieriger. DX Objektive können an einer Vollformatkamera verwendet werden, der Bildausschnitt wird dann jedoch reduziert, weil der Sensor ja größer ist.

Bei der Anschaffung der Objektive ist also zu überlegen, ob Ihr später vielleicht auf eine Vollformatkamera umsteigen wollt. Falls ja, würde ich entsprechend in Objektive investieren die an beide Systeme passen.

 

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