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Umstieg auf Vollformat (Teil 2)

Neben der rein technischen Betrachtung zwischen Vollformat, Halbformat oder Micro four Thirds gibt es noch weitere Aspekte, die für eine Entscheidung zu berücksichtigen sind.

Ich habe mal zwei Kamerakonfigurationen einer Vollformatkamera und einer Micro four Thirds gegenüber gestellt und die Preise  (Stand 12/2015) und das Gewicht verglichen.

Kamera Preis Gewicht (Gramm)
Nikon D750     1.829,00 € 850
Nikkor 50 mm 1.8        189,00 € 185
Nikkor 85 mm 1.8        449,00 € 350
Nikkor 105 mm 2.8        769,00 € 750
Nikkor 24-70 mm 2.8     1.429,00 € 900
Nikkor 70-200 mm 2.8     1.999,00 € 1540
Gesamt     6.664,00 € 4575
Kamera Preis Gewicht (Gramm)
Olympus OMD M1     1.099,00 € 497
Oly 25mm 1.8        399,00 € 137
Oly 45 mm 1.8        279,00 € 116
Oly 60mm 1.8        499,00 € 185
Oly 12-40 mm 2.8 Pro        999,00 € 382
Oly 40-150 mm 2.8 Pro     1.399,00 € 880
Gesamt     4.674,00 € 2197

Eine Ausrüstung im Vollformat steht einer Micro four Thirds Ausrüstung mit einem Preisunterschied von ca. 2000,00 EUR und einem Gewichtsunterschied von mehr als 2 KG (ca. 40%) gegenüber.  Die komplette Olympus Konfiguration wiegt nur etwas mehr als das Nikkor 70-200 mm 2.8.

Die Rechnung ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn ein 45 mm Micro Four Thirds Objektiv mit Blende 1.8 entspricht aufgrund seines Cropfaktors von 2 einem Kleinbildobjektiv von 90 mm mit Blende 3,5. um die gleiche Tiefenschärfe zu bekommen. Dies habe ich im ersten Teil bereits erklärt. Ob diese Betrachtungsweise sinnvoll ist, hängt wiederum davon ab, was ihr fotografieren wollt.

Hier ein Video was die Thematik sehr gut erklärt.

Ist der qualitative Unterschied so groß, dass der höhere Preis einer Kleinbildausrüstung gerechtfertigt ist? Wie ist Eure Meinung dazu? Wir werden dieser Antwort in einem der  nächsten Beiträge auf den Grund gehen!

Bis dahin immer gutes Licht!

Was bedeutet Vollformatsensor bei digitalen Kameras?

Für einen Neueinsteiger in die digitale Fotografie ist es gar nicht so einfach durch den Dschungel der verschiedenen Kameras den Durchblick zu behalten. Häufig ist von Sensorgröße die Rede im APS-C Format oder ähnlich. Doch was ist damit eigentlich genau gemeint?

Das Kleinbildformat (KB) hat sich in der klassischen analogen Fotografie über Jahrzehnte sowohl im professionellen Bereich, als auch im Consumermarkt als Standard etabliert.  Mit der Entwicklung der ersten Digitalkameras waren jedoch zunächst Bildsensoren verfügbar, die eine deutlich geringere Größe im Gegensatz zum Kleinbildformat hatten. In diesem Zusammenhang sprach man von einem Formatfaktor, der den Unterschied der kleineren Bildsensoren zum Kleinbildformat darstellte. Die kleineren Bildsensoren erforderten ein Umdenken in der Fotografie, da sich gegenüber der analogen Fotografie mit ihrem Kleinbildfilm von 36x24mm (Vollformat) ein kleinerer Bildwinkel ergab. Man kann dies auch als scheinbare Brennweitenverlängerung bezeichnen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem Cropfaktor (to crop = beschneiden) Die kleinere lichtempfindliche Fläche einer Cropkamera bewirkt einen Beschnitt (crop) des sichtbaren Bildausschnittes. Dadurch verkleinert sich der Bildwinkel. Der Crop-Faktor gibt also das Längenverhältnis der Diagonalen im Vergleich zum Vollformat an.

Anfang der 2000er Jahre war die Industrie in der Lage Bildsensoren zu fertigen, die dem vollen Kleinbildformat entsprachen. Zur Unterscheidung nannte man diese Kameras Vollformatkameras.   Die Kamerahersteller verwenden nun für Ihre Kameras die über einen kleineren Sensor als dem Vollformat entsprechen verschiedene bezeichnungen. Canon sprich von APS-C Sensoren (Advanced Photo System Classic) mit einer Sensorgröße von etwa 22,2 x 14,8 mm. Nikon bezeichnet für seine Kameras das APS-C-Format als DX-Format und das Vollformat als FX-Format.

In Verwendung mit verschiedenen Objektiven ergeben sich wegen der unterschiedlichen Sensorgrößen – und dem davon abhängigen Bildkreis – Auswirkungen auf die Brennweite.  Bei APS-C oder DX ergibt sich eine Brennweitenverlängerungs-Effekt um den Faktor 1,5 (Nikon) bzw. 1,6 (Canon) ,der auch Cropfaktor genannt wird.  Das bedeutet, dass aus einem Objektiv mit der Brennweite von 50mm sich duch den Brennweitenverlängerungseffekt von z.B.  1,5 (Nikon) sich eine Brennweite von 50mm x 1,5 =70mm ergibt. Objektive die für eine Vollformatkamera eingesetzt werden, können auch an einer APS-C (DX) Kamera verwendet werden. Umgekehrt wird es schon schwieriger. DX Objektive können an einer Vollformatkamera verwendet werden, der Bildausschnitt wird dann jedoch reduziert, weil der Sensor ja größer ist.

Bei der Anschaffung der Objektive ist also zu überlegen, ob Ihr später vielleicht auf eine Vollformatkamera umsteigen wollt. Falls ja, würde ich entsprechend in Objektive investieren die an beide Systeme passen.